Chronik

Am 17. März 1926 wurde im Gasthaus "Drei Rosen" der Gebirgstrachten-Erhaltungsverein "d´Schloßbergler" Dachau gegründet.

 

Die Gründer des Vereins waren junge Männer und Frauen, die echte Heimatliebe in sich trugen, deren höchste Aufgabe es war, sich für die Erhaltung der Trachen, Sitten und Bräuche unserer schönen bayerischen Heimat einzusetzen. Einige von ihnen stammten aus dem Chiemgau und der Tegernseer Gegend. Bei der Gründungsversammlung waren 20 Personen anwesend. Gründungsvorstand wurde Josef Bachmeier, der bekannt gab, dass die Miesbacher Tracht getragen wird. Josef Bachmeier wanderte allerdings sechs Monate später nach Amerika aus. Als Nachfolger wurde von den Mitgliedern Josef Wild zum Vorstand gewählt.

 

Zur weiteren Vorstandschaft gehörten:

Schriftführer Bichler Josef, Kassier Waldemaier Albert, 1.Vorplattler Wild Michael, Revisor Grösmeier Ludwig.

 

Im Juni 1928 übersandte der ausgewanderte Josef Bachmeier 10 Dollar, um so einen Grundstock für eine Tischstandarte zu legen. Weitere Geldunterstützung aus Amerika folgte und so konnte am 1. Sept. 1928 eine Tischstandarte geweiht werden.

 

In schöner Eintracht wurde bayerisches Brauchtum gepflegt und des öfteren bei Heimatabenden oder anderen kulturellen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit getreten. Jedoch gab es auch Zeiten, in denen ein Abhalten eines Maikranzl´s aus finanzieller Not abgesagt werden musste. So wurde z.B. auch eine, dem Verein gehörende Bauerntracht verkauft, um bei einem Trachtenfest teilnehmen zu können.

 

Durch die gute Zusammenarbeit und den Idealismus, den die Mitglieder hatten, konnte der Verein am 21. Juni 1936 das schöne Fest der Fahnenweihe feiern, das zugleich mit dem 10-jährigen Gründungsfest verbunden war. Den Grundstock für die Fahne legte Albert Fröhlich im Januar 1933 mit einer Spende von 10 Reichsmark. Betrachtet man die Fahne zum jetzigen Zeitpunkt, muss man der damaligen Vorstandschaft und den Mitgliedern hohes Lob zollen für die Bemühungen, dass es überhaupt gelungen ist, bei den schwierigen Verhältnissen der Vorkriegszeit, eine Fahne machen zu lassen. Fahnenmutter war Rosa Pritzl. Der G T V "Partnachtaler Stamm" München übernahm die Patenschaft.

 

Zum Gaufest 1932 in Hohenschäftlarn wurde mit den Rädern gefahren, da ein Auto zu teuer gewesen wäre.

 

Als dann 1939 der schreckliche Krieg kam, war es 8 Vereinskameraden nicht vergönnt in ihre Heimat zurückzukehren.

 

Unter schweren Bedingungen gelang es aber Wenigen, den Verein nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wieder aufleben zu lassen. Schon am 2.Dez.1945 wurde die erste Versammlung nach dem Krieg abgehalten und 1946 waren die "Schloßbergler" sehr aktiv und veranstalteten im Dachauer Schloßsaal den ersten Heimatabend. Der Verein blühte wieder auf und das Ziel, das man sich gesetzt hatte, Gebirgstrachten sowie alte Volkslieder und Tänze zu erhalten, wurde wieder in Angriff genommen. Die Genehmigung von der amerikanischen Militärregierung, die Trachtensache wieder zu pflegen und zu fördern, wurde erteilt. Das meiste Vereins-Inventar war trotz der Kriegswirren dank des Vereinsdieners Hans Thalmaier noch vorhanden.

 

Weitere Veranstaltungen folgten, wie die Teilnahme an Trachtenfesten, Preisplatteln und die Mitwirkung bei vielen Volks- und Heimatfesten. Im August 1961 wurde dann das 42. Isargaufest in Verbindung mit dem 35-jährigen Gründungsfest durchgeführt. Durch die Teilnahme von 90 Vereinen und 9 Musikkapellen war dies ein großer Erfolg. Wo immer Trachtler Feste feierten, das Brauchtum in Tracht, mit Volkstanz und Plattlern pflegten, waren die "Schloßbergler" nach Möglichkeit dabei.

 

Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl der Mitglieder und es gesellten sich auch immer wieder Musikanten und Sänger hinzu, die das Volkslied innerhalb des Vereins nicht aussterben ließen. Von den jungen Dachauern, die 1926 den Verein gründeten, konnten beim 40- und 50-jährigen Gründungsfest in den ASV Hallen, bei dem jeweils ein Heimatabend durchgeführt wurde, noch drei Mitglieder anwesend sein. Es waren dies: Michael Wild, Centa Wild und Wastl Wild, die auch zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Michael Wild wurde im November 1966 für 25 Jahre Vorstand und 40 Jahre Ausschussmitglied zum Ehrenvorstand ernannt.

 

Das goldene Gauehrenzeichen des Isargaus erhielten im Jahr 1980: Matthias Gäringer, Centa Wild und Micheal Wild. Beim 60-jährigen Gründungsfest wurden der Vereinsmusiker Alois Adler und Josef Walleitner für 40 Jahre Vereinstreue mit dem goldenen Gauehrenzeichen ausgezeichnet. Alois Adler ist heute noch Ehrenmitglied des Vereins, auch Luise Hechenberger wurde kurze Zeit später zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Neben den Auftritten im Dachauer Raum fuhren die "Schloßbergler" auch ins Ausland, so z.B. nach Österreich(Klagenfurt/Kärnten und Schwaz/Tirol, auch zum Salzkammergut-verbandstrachtenfest nach Unterach am Attersee), Ungarn (zum Festival der Donauländer nach Kecskemet) und Italien (Fondi) und traten dort mit Schuhplattlern und Tänzen auf. Weitere Feste wurden in der näheren Umgebung, vor allem sämtliche Gaufeste des Isargaus und ein Fest in Essing/Altmühltal, wahrgenommen. Bei den Trachtenschauen wurde die gute Arbeit des öfteren mit vorderen Plätzen, bis unter die ersten Zehn, belohnt. Von den vielen Auftritten in Dachau und Umland seien nur einige erwähnt: Auftritt beim großen Altstadtfest in Dachau 1989, Patenfest mit Taradeau (Frankreich) in Röhrmoos, beim Markt- und Straßenfest "Europa-regional-international" in Altomünster, Bayern Rundfahrt mit Station in Dachau. Auch als der Isargau beim Oberpfälzer Gauverband Pate stand für eine neue Fahne und die ganzen Isargauvereine eingeladen waren, ging die Reise der "Schloßbergler" in die Oberpfalz, um an der Fahnenweihe teilzunehmen. Auftritte im BRK Altenheim von Altomünster, im Caritas Altenheim Marienstift in Dachau und beim Seniorentanz im Rot-Kreuz-Heim gehören ebenfalls zu den Terminen des Vereins.

 

In der Frühjahrsversammlung am 20.März 2004 überreichte Gauvorstand Anderl Huber unserem Vorstand, seit 1983, Michael Wild das goldene Gauehrenzeichen mit Urkunde für besondere Verdienste.

 

2006, am 15.Juli, feierten die "Schloßbergler" ihr 80-jähriges Bestehen. In Eschenried wurde mit den Ampermusikanten zünftig gefeiert.

 

Während des Jahres finden unsere Vereinsabende einmal im Monat im Schützensaal des Gasthauses "Drei Rosen" statt, bis 2006 bei unserem Mitglied und Vereinswirt "Biwi" beim "Kochwirt", der leider verstarb. Außerdem werden die Frühjahrs- und Jahreshauptversammlung, Plattlerproben und die Weihnachtsfeier in "Drei Rosen" abgehalten.

 

Von der ÜB Dachau wurden die "Schloßbergler" mit dem Kron-Maus-Kulturpreis Anfang Mai 2009 ausgezeichnet. Im Dachauer Rathaus Foyer fand die Ehrung, bereits zum 25. mal, statt. Die Tanzgruppe führte einige Plattler auf. Kurz nach dieser Auszeichnung traf unseren Verein ein schwerer Schlag. Michael Wild verstarb nach langer, schwerer Krankheit am 17. Mai 2009. Er hinterließ seine Frau Roswitha und die beiden Söhne Andreas und Michael. Der Verein, der schon seit Generationen von Wild´s geführt wurde, musste nun neu sortiert werden.

 

Im November 2009 musste ein neuer Vorstand gewählt werden. Eduard von Hofmann stellte sich zur Verfügung dieses schwere Erbe anzutreten. Er hofft darauf, dass der Verein mit seinen noch wenigen Mitgliedern jetzt eng zusammenrückt und zusammenhält und blickt sehr positiv in die Zukunft, damit der Verein seinem Wahlspruch "Gmiatle samma" recht lange treu bleiben kann.

 

Als wir eine Reihe junger Mitglieder aufnehmen konnten war der Vorstand recht stolz und freute sich verständlicherweise über den neuen Aufschwung im Verein. Innerhalb kürzester Zeit wurden die "Jungen" mit der Tracht ausgestattet und auch das Platteln und Drahn erlernten sie wirklich schnell. Beim Gaufest am 04./05.08.2012 in Dachau, das zum 100 jährigen der Ampertaler ausgerichtet wurde traten sie mit auf und hatten eine große Freude. Als wir dann auch noch Platz 6, die beste Platzierung der ganzen Vereinsgeschichte erreichten platzte der "Stutz" voller Stolz.

 

Im Oktober 2012, am 11.10., mußten wir wieder einen großen Schicksalsschlag hinnehmen. Ganz plötzlich und unerwartet verstarb unser Vorstand Eduard "Stutz" von Hofmann. Jetzt stand der Verein von heute auf morgen wieder ohne Vorstand da. Nach einiger Zeit, bei der Jahreshauptversammlung im März 2013 wurde durch außerordentliche Vorstandswahlen ein neuer Vorstand gewählt. Werner Hechenberger gab sein Amt als Vorplattler ab und ließ sich zum 1. Vorstand wählen. Thomas Sailer übernimmt das Amt des Vorpattlers. Alle Ämter sind somit besetzt und wenn wir weiterhin so einen guten Zusammenhalt bewahren und alle zusammen helfen können wir positiv in die Zukunft blicken.

 

Am 02.04.2016 feierte der Verein seinen 90. Geburtstag. Begonnen wurde der Festtag mit einem feierlichen Gottesdienst, musikalisch umrahmt von den Schönbrunner Sängern und der Bembegga Blasmusi. Anschließend unter Böllerschüssen wurde den Verstorbenen am Kriegerdenkmal gedacht und ein Blumenbukett niedergelegt. Nach einem kurzen Festzug wurde im Ludwig-Thoma-Haus ordentlich gefeiert. Die Gäste, Partnachtaler Stamm (Patenverein), die Ampertaler (Bruderverein), der TV Almrausch Sölleite Schwaz aus Tirol und der Falkenstoaner Stamm präsentierten ihre Schuhplattler und Tänze vor den rund 200 Gästen. Unsere Mitglieder Tina Hruby und Karin von Hofmann bekamen von Isargauschriftführerin Melanie Schmeißer und dem 2. Isargauvorstand Anderl Schweiger das goldene Isargau Ehrenzeichen überreicht. Die Bembegga Blasmusi spielte auch nach dem offiziellem Teil für die Allgemeinheit und es wurde noch lange getanzt. Der 1. Vorstand Werner Hechenberger und die Vorstandschaft waren sehr zufrieden mit dem Ablauf des Festes, der ziemlich reibungslos geklappt hat.

 

Werner Hechenberger stellte sich am 10.03.2018 nicht mehr als 1. Vorstand zur Wahl. Bei den Neuwahlen stellte sich Armin Riedl als neuer 1 Vorstand der Schloßbergler heraus. Auch Sepp Sailer, der seit 1983 als 2. Vorstand fungierte, stellte sich nicht mehr zur Verfügung. Diesen Posten übernahm Stefan Zausinger. Nach 13 Jahren konnte das Amt des Fähnrichs endlich auch wieder besetzt werden. Patric Rathgeb ist der neue Fahnenträger. Christian Gabriel ließ zum Jugendvertreter wählen und möchte versuchen eine Jugend heran zu ziehen. Die anderen Ämter blieben gleich besetzt.

 

Christine Salvermoser, Schriftführerin März 2018